Vom Abfall zum Nährstoff – Wie die nächste industrielle Revolution unser Leben grundlegend verändern wird

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Der Mensch als Nützling

Die Umweltbewegung hat laut Braungart den Menschen über viele Jahre hinweg eingeredet er sei schädlich und es wäre besser, wenn es ihn nicht gäbe. Konsum sei schlecht und man müsse sparen. Wenn ein Kirschbaum erblüht, dann tut er dies mit dem natürlichen Gesetz der Fülle. Obwohl er nur einen Bruchteil der Blüten und Früchte für das Fortpflanzen benötigt, bringt er einen wahren Schatz hervor, der anderen Lebewesen Nahrung bietet.

Es geht darum ein neues Denken und vor allem Handeln zu integrieren: Statt weniger schädlich, nützlich zu sein. Wie die Kirschblüten könnten auch die Produkte der Menschen der Natur dienen. Hierfür müssen wir uns wieder als einen Teil eines großen Ganzen betrachten. Dabei darf sich jeder Einzelne fragen, ob er lieber Teil des Problems oder der Lösung sein möchte. Konsum ist demnach nicht per se schlecht. Statt wie bisher den zum Scheitern verurteilte Versuch zu unternehmen bei endlichen Ressourcen (weil unwiederbringlich verschwendet) ein unendliches Wirtschaftswachstum hervorzubringen, müsse in Zukunft das wachsen, was Mensch und Natur dienlich ist. Braungarts Vision enthalten Unternehmen, die Wasser in höhere Qualität in den Kreislauf zurückgeben, als sie entnommen haben. Gebäude, die mehrere Verwendungszwecke erfüllen und demnach nicht abgerissen werden müssen und vieles mehr. Generell spricht der Chemiker vom qualitativen Wachstum. Anstatt weniger vom Falschen zu konsumieren, ist es an der Zeit mehr vom Richtigen in die Welt zu bringen. Braungart setzt dabei auf die junge Generation, die einen Sinn in ihrer Tätigkeit leben und wahrhaft stolz auf seine Leistung sein möchte. Wer schädlichen und nicht verwertbaren Müll produziere könne dies eben nicht.

Cradle-to-Cradle mag für weite Teile der Industrie eine Revolution darstellen, doch im Grunde ist das Konzept ein längst fälliges Rückbesinnen auf natürliche Gesetzmäßigkeiten. Vielleicht wird man eines Tages im Geschichtsunterricht erstaunten Schülern erklären, was Müll gewesen ist und wie ihre Vorfahren damit umgingen.

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Dieser Beitrag erschien erstmalig im Magazin raum & zeit Ausgabe 179/2012. Sie können die Original-Veröffentlichung auch direkt beim Verlag kostenpflichtig als PDF erwerben.

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Kategorie: die Freigeber Story

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