Verstöße gegen den Pressekodex – Diese Stellen sind für Beschwerden zuständig

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Allerdings ist der Presserat nur für gedruckte und Online-Publikationen zuständig, die in einem Verlagshaus erscheinen, die wiederum Mitglied in den zwei eingangs erwähnten Verlegerverbänden sind. Bei von Verlagen unabhängigen Publikationen geht der Presserat eventuellen Beschwerden nicht nach.

Allerdings ist es möglich, eine freiwillige Selbstverpflichtung für seine Publikationen abzugeben, so dass der Presserat für diese zuständig ist. Es müssen sich um erkennbar journalistische Medien handeln, die regelmäßig erscheinen. Die Kosten für die freiwillige Selbstverpflichtung richten sich nach der Reichweite.

Beschwerden beim öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk einreichen

Zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehören alle Angebote von ARD und ZDF – ob Radio, Fernsehen oder Internetseite. Bei ARD prüfen die Rundfunkräte der jeweiligen Landesrundfunkanstalten Kritik und Beschwerden. Die Rundfunkräte sind hier aufgelistet. Die gleiche Funktion übernimmt beim ZDF der Fernsehrat.

Für den privaten Rundfunk sind die 14 Landesmedienanstalten zuständig. Verwirrend ist, dass sich Sender „ihre“ Landesmedienanstalt frei wählen dürfen. Und das macht es kurz kompliziert: Es gehören mehrere Sender zur ProSiebenSat.1-Gruppe, die ihren Sitz im bayerischen Unterföhring hat. Während beispielsweise für Sat.1 die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz verantwortlich ist, ist es die Bayerische Landeszentrale für neue Medien bei Kabel eins.

So kommt man um eine gewisse Recherche nicht herum. Allerdings veröffentlichen die Medienhäuser im Impressum ihrer Internetseiten, welche Landesmedienanstalt für sie zuständig ist.

Beschwerden beim Deutschen Journalistenverband (DJV) einreichen

So gut wie unbekannt dürfte sein, dass sich Mediennutzer bei vermuteten Verstößen gegen den Pressekodex auch an einen der 17 Landesverbände des Deutschen Journalistenverbands wenden können – was demnach in der Praxis so gut wie nie vorkommt. Es versteht sich von selbst, dass die Landesverbände nur die eigenen Mitglieder zur Rechenschaft ziehen können.

In den Aufnahmerichtlinien des DJV, die für alle Landesverbände gelten, heißt es: „DJV-Mitglieder verpflichten sich bei der Ausübung ihres Berufes zu besonderer Sorgfalt, zur Achtung der Menschenwürde und zur Einhaltung der Grundsätze, die im Pressekodex des Deutschen Presserates festgelegt sind.“

Demnach haben sich alle Mitglieder schriftlich verpflichtet, sich an den Pressekodex zu halten. Kommt es zu Verstößen, von denen der jeweilige Landesverband erfährt, liegt es an diesem Maßnahmen zu ergreifen. In erster Linie sollte das Gespräch gesucht werden, um das Mitglied auf seine Fehler aufmerksam zu machen. Mitunter steckt kein böser Wille oder eine bestimmte Absicht dahinter. Kommt es zu weiteren oder regelmäßigen Verstößen, können auch Ehrengerichte abgehalten werden. Als letztes Mittel droht der Ausschluss aus dem Verband.

Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin DJV stellt generell klar: „Ein Journalist, der in seiner Arbeit ernst genommen werden will, sollte sich am Pressekodex orientieren. Sonst hat man schnell einen zweifelhaften Ruf.“

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Kategorie: Medienalltag | Schlagwörter:

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