Wenn 250 Euro ein Menschenleben retten

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Leser der Oberhessischen Presse werden aktiv

Durch Weigels Berichte wollten nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch Leser der Oberhessischen Presse aktiv helfen. Das Deutsche Rote Kreuz Marburg stellte ein kostenfreies Bankkonto bereit und wickelte die Spendengelder ab. „Jeder wollte helfen und so können wir heute gemeinsam den Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft bieten.“ Im vergangenen Jahr haben Weigel und Fleig schließlich den gemeinnützigen Verein Help for MiRO gegründet. Alle sechs Monate reisen beide auf eigene Kosten in ihrem Urlaub nach Kenia und schauen unangemeldet nach dem Rechten.

Das Heim ist mittlerweile einige Male umgezogen und verfügt nun über ein gutes Haus. Insgesamt 35 Kinder leben dort und anders als andere Einrichtungen nimmt das Heim auch Säuglinge auf. Deren Versorgung ist in der Regel kostspielig, da Milchprodukte und Babynahrung in Kenia teuer sind. Nicht alle Heime können oder wollen sich das leisten.

Die Kinder mussten in ihrem jungen Leben bereits viel durchmachen. Einige verloren ihre Eltern durch Aids, andere wurden ausgesetzt, missbraucht und misshandelt. Viele haben gehungert. Ihre Schicksale berühren: Ein frisch entbundenes Baby beispielsweise wurde im Busch nur entdeckt, weil es laut geschrien hatte, da wilde Hunde die Nabelschnur anfraßen. Ameisen hatten die Haut verletzt. Behörden scheitern meist bei der Suche nach Angehörigen.

Tragfähige Zukunft für Heim und Kinder

„Bildung ist enorm wichtig“, erklärt Weigel. Daher besuchen die Kinder eine Privatschule, was pro Schüler und Monat circa 30 Euro kostet. „Manch ein älteres Kind hat zuvor nie eine Schule besucht und muss daher eine Menge aufholen.“ Kosten für Essen, Medizin, einen Koch und die Hausmütter übernimmt der Verein. Dazu auch die monatliche Miete für das Haus in Höhe von 450 Euro.

Ziel des Help-for-MiRO-Vereins ist es, ein Stück Land zu erwerben und eine eigene Farm aufzubauen, um sich vor Ort selbst versorgen zu können. Hier sollen die Kinder auch lernen Mais anzubauen, ihn zu verarbeiten und zu verkaufen, was allerdings momentan noch Zukunftsmusik ist. Das benötigte Geld aufzutreiben sei anstrengend. „Am liebsten hätten wir die Farm schon vor einem Jahr gebaut“, gibt Weigel ihre Ungeduld zu. Da ihr die Kinder schon lange ans Herz gewachsen sind, möchte sie ihnen auch die Chance auf ein gutes Leben ermöglichen.

Trotz manch schlafloser Nacht und Sorgen um das Wohl der Schützlinge erlebt Weigel viele schöne Momente. „Zu sehen wie sich halb verhungerte Kinder entwickeln ist wunderbar. Ich bin dankbar für alles, was bislang passiert ist.“ Sie hatte gleich zu Beginn keine Sekunde gezögert, um aktiv zu helfen. „Damals habe ich mich nicht in der Rolle der beobachtenden Journalistin, sondern als Mensch gefühlt. Ich würde jederzeit wieder so handeln.“

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