Shift happens – Dem Schwarm sei Dank

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Dem Schwarm sei Dank

In seiner Diplomarbeit geht Höly auf verschiedene Finanzierungsmodelle ein, darunter auch auf das Crowdfunding. „Mich reizte die Idee, gleich zu Beginn die Leser einzubinden, sie am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen und gemeinsam den Start zu finanzieren.“ Bereits im Vorfeld hatten viele ihr Interesse bekundet. Höly war gespannt, wer auch bereit ist Geld zu geben. Als Plattform entschied sich Höly für Startnext, da sie im deutschsprachigen Raum die größte und dadurch vielen Menschen bekannt ist. Zudem überzeugten ihn die professionelle Betreuung und die einfachen Zahlungsmöglichkeiten für die Unterstützer.

Über sechs Wochen bereitete er das Projekt vor, arbeitete die Texte aus, produzierte ein Video und überlegte sich die „Dankeschöns“ für die Unterstützer. Zuvor analysierte er gescheiterte Projekte, um Fehler zu vermeiden. Aber auch Erfolgsgeschichten waren wichtige Informationsquellen. Philipp Steuer hat per Startnext sein gedrucktes Buch über Google+ erfolgreich finanziert. Bei einem persönlichen Treffen in Köln bestärkte Steuer Hölys Vorhaben und versorgte den jungen Kollegen mit wichtigen Tipps. „Andere sind diesen Weg bereits erfolgreich gegangen und daher wollte ich es selber ausprobieren.“

Von Mitte Mai 2013 bis Mitte Juli wollte Höly Unterstützer für „Shift“ begeistern und auf diese Weise 5.000 Euro einsammeln. Über seinen Freundeskreis und soziale Medien gelang es ihm schnell Mitstreiter zu aktivieren. Besonders ein Unterstützer ist ihm positiv in Erinnerung geblieben: Begeistert von Hölys Idee, schrieb ein Fan in seinem Blog nicht nur drei Einträge, sondern verfasste unzählige Tweets. Er druckte und verteilte sogar Flyer. „Alles geschah aus eigenem Antrieb und der Unterstützer hat dafür kein Geld von mir bekommen.“ Hier zeige sich, dass soziale Medien durchaus das Wort „sozial“ verdienen würden. „Es gibt Menschen, die bereit sind anderen zu helfen und daran Freude haben. Es ist tatsächlich möglich, mit Lesern auf Augenhöhe gemeinsam etwas zu gestalten.“ Es gehe beim Crwodfunding nicht nur um das Finanzieren, sondern auch speziell darum Beziehungen aufzubauen.

Aber auch die klassische Medienarbeit trug bald Früchte. Nachdem Höly Pressemeldungen verschickte, berichtete der Branchendienst turi2 über „Shift“. Es folgten dadurch unter anderem Beiträge sowohl in der gedruckten Ausgabe der Bild und auf deren Internetseite, als auch ein Fernsehbeitrag im WDR.

Am Ende gelang es Höly 7.027 Euro für die Startauflage von 1.000 Exemplaren einzusammeln, wobei er die meisten Unterstützer nicht persönlich kennt. Nun ging die eigentliche Arbeit am Magazin weiter und auch mit dem Erfolg der Kampagne kam noch einiges an Arbeit auf den jungen Journalisten zu. Er musste beispielsweise Versandmaterialien einkaufen, die Magazine und anderen Dankeschöns verschicken – was Anfang September soweit war. „Als ich die ersten Exemplare in den Händen hielt, erfüllte sich mein Traum. Ich bin den vielen Menschen sehr dankbar, die Geld in das Projekt investiert und mir damit einen Vertrauensvorschuss gewährt haben.“

Ausgabe Nummero 2

„Shift“ ist kein einmaliges Experiment, sondern es sollen noch weitere Ausgaben folgen. Die zweite Ausgabe soll im nächsten Jahr erscheinen. Dann jedoch mit einer höheren Auflage, die auch im Bahnhofsbuchhandel zu finden ist. Eine zweite Crowdfunding-Kampagne wird es nicht geben, denn Höly ist froh „es hinter sich zu haben.“ Dennoch möchte er bei allem Stress die wertvollen Erfahrungen nicht missen. Man könne eine Kampagne nur schwer nebenbei betreuen, da es im Grunde ein Vollzeitjob ist. Vieles kann schief gehen und doppelt so lange dauern wie geplant. Daher ist es unerlässlich, seine eigenen Kosten kalkulieren zu können.

Höly möchte niemanden davon abhalten eine eigene Aktion zu starten, denn mittels Crowdfunding könne man journalistische Projekte finanzieren, in die kein Verlag investiert hätte. Wie im Falle von „Shift“. Zudem dürfe man den hohen Marketing-Effekt nicht unterschätzen. Crowdfunding ist recht neu und spannend, weswegen etablierte Medien gerne darüber berichten.

Höly selber schreibt derzeit weiter am Businessplan und sucht einen Partner, der sich mit dem Gründen von Unternehmen auskennt und einen starken Bezug zu Medien hat.

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Ein Kommentar

  1. Wegen der Heiligsprechung war ich wohl etwas zu voreilig: Statt „Höly“ hatte ich zwei Mal „Holy“ (heilig) geschrieben. Danke für den Hinweis, Daniel, ist korrigiert. Hoffe, ich habe jetzt keine Überraschung verdorben…

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