Schauspieler Andreas Hoppe und der kanadische Teersand

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Jens Brehl: Vor kurzem hat die kanadische Regierung den Bau einer Öl-Pipeline von Alberta an die Küste genehmigt. Welche Gefahren sind mit diesem Vorhaben verbunden?

Andreas Hoppe: Die Pipeline würde eine Länge von 1.200 Kilometern haben und durch teilweise bislang unberührte Naturgebiete wie dem ,,Great Bear Rainforest“ führen. Hier leben unter anderem die „Spiritbären“, die aufgrund eines Gen-Defekts ein weißes Fell haben. Sie existieren nur dort und sind den kanadischen Ureinwohnern heilig. An der Küste befinden sich Fjordlandschaften, die wichtige Futtergebiete für Orcas und Buckelwale sind. Schon alleine der Bau eines Verladehafens stellt einen tiefen Eingriff in die Natur dar. Die Havarie eines Öltankers oder ein Leck in der Pipeline würden eine unglaublich große Naturkatastrophe sein. Ich darf gar nicht daran denken (schließt kurz die Augen und atmet einmal tief durch).

Jens Brehl: Die Dokumentation ist allerdings noch nicht vollständig finanziert. Wie können Interessierte Euer Vorhaben unterstützen?

Andreas Hoppe: Tatsächlich haben wir bisher keinen Fernsehsender für das Thema gewinnen können. Ich kann verstehen, dass man gerne Tiere in intakter Natur zeigen möchte. Aber das wird man in einigen Regionen Kanadas vielleicht nicht mehr lange können.

Derzeit sammeln wir über unsere Internetseite für unsere Dokumentation Geld. Der deutsche Outdoor-Spezialist Vaude hat uns zudem Laptoptaschen aus recycelten PET-Flaschen im Wert von 10.000 Euro gespendet, die man nun bei uns kaufen kann. Die Filmcrew haben wir bereits zusammen und jeder arbeitet für ein schmales Budget. Keiner von uns wird reich, wenn die Dokumentation gedreht wird. Das Projekt ist für alle Beteiligte eine echte Herzensangelegenheit.

Jens Brehl: Was ist Ihr größter Wunsch?

Andreas Hoppe: Am liebsten würde ich am Schluss der Dokumentation in einem großen Powwow (Treffen von Indianern um gemeinsam zu Tanzen, etc.) mit den verschiedenen Stämmen feiern, dass wir den Bau der Pipeline verhindern konnten.

Jens Brehl: Haben Sie vielen Dank für unser Gespräch und viel Glück für Ihr Projekt.

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Kategorie: die anderen, die Freigeber Story | Schlagwörter:

Ein Kommentar

  1. Ich habe geweint, als ich die Bilder der maßlosen Umweltzerstörung gesehen habe. Ich war in Alaska und Westkanada, ich liebe diesen Teil unserer Erde ganz besonders: die Urwälder, die Tiere und vor allem die Natives, mit denen ich sehr freundschaftlichen Kontakt hatte.

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