Crowdfunding: Platz für kantige Themen schaffen

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Das Team von „Deine Korrespondentin“ steht in den Startlöchern.

Die Leser inspirieren und fordern

So spannend die vorgestellten möglichen Beiträge auch sind, erscheinen für viele Redaktionen die Themen oft zu komplex, so dass Leser und Zuschauer wenig mit ihnen anfangen können. Dem widerspricht Tillmann: „Man muss nicht immer alles für alle verständlich machen. Zuschauer und Leser darf man auch fordern und ihnen etwas zeigen, was sie noch nicht kennen.“ Dazu würde es den Mut brauchen, nicht alles auf dem niedrigsten Niveau erklären zu wollen, sondern auch mal etwas vorauszusetzen. Damit könnte man Menschen auch neugierig machen und sie dazu inspirieren, sich weiter mit einem Thema und dessen Zusammenhängen zu beschäftigen. In die gleiche Kerbe schlägt auch Theresia Enzensberger, Herausgeberin des Block-Magazins: „Den Lesern wird oft seitens der Verlage und Redaktionen zu wenig zugetraut.“ Tillmann ist sich sicher, dass die Zeit für journalistische Nischenprodukte günstig ist.

Beste Erfahrungen mit Crowdfunding

Für den Start von „Deine Korrespondentin“ möchte Tillmann via Startnext 5.000 Euro einsammeln. Damit soll die Internetseite erstellt und die ersten Honorare für die Beiträge bezahlt werden. Mit Crowdfunding hat Tillmann bereits gute Erfahrungen gemacht.

Als Krautreporter noch kein eigenständiges Magazin, sondern eine Crowdfunding-Plattform war, sammelte Tillmann in ihrer ersten Kampagne dort 3.500 Euro ein. Dadurch konnte sie gemeinsam mit Fabian Weiss über Tibeter zu berichten, die sich aus Protest gegen die chinesische Politik selbst anzündeten. Den fertigen Beitrag wollte wiederum kein angefragtes Medium veröffentlichen und so schloss sich der Kreis, als die Reportage „Tibet: Zwischen Hoffnung und Verzweiflung“ im späteren Onlinemagazin der Krautreporter landete.

Auch „Deine Korrespondentin“-Mitstreiterin Jessica Schobel gelang es im vergangenen Sommer über 2.000 Euro für ihre Wortwalz auf Startnext zu sammeln. Während ihre Kolleginnen in der Welt verstreut sind, liefert Schobel Geschichten aus Deutschland.

Geplanter Start im Mai

Anfang Mai soll „Deine Korrespondetin“ online gehen. Im ersten Monat können Leser auf alle Artikel kostenfrei zugreifen, ab Juni käme dann ein Abo-Modell zum Einsatz. Zwei Artikel könnte man im Monat dann gratis lesen und erst ab dem dritten wären zehn Euro pro Monat zu entrichten. „Bereits 500 regelmäßige Unterstützer reichen aus, um monatlich etwa zehn Beiträge zu veröffentlichen.“ Tillmann und ihre Mitstreiterinnen finanzieren ihre Arbeit nicht ausschließlich mit der neuen Plattform, denn alle haben weitere Auftraggeber. Die Kostenstruktur bleibt somit schlank.

Bis einschließlich 16. März können Interessierte die Kampagne auf Startnext unterstützen.

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