Westlicher Terror erschüttert die Welt

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Medien messen mit zweierlei Maß: Nährboden für „Lügenpresse“

Tatsächlich messen hiesige Medien häufig mit zweierlei Maß. Werfen russische Kampfpiloten über Syrien Bomben ab, wird das allerorts kritisiert – besonders weil Russland eigene Ziele verfolge. Eben dies tun aber auch westliche Mächte. Fast schon achselzuckend nehmen wir die unzähligen unschuldigen zivilen Opfer der amerikanischen Drohnenkriege zur Kenntnis. Durch diese heimtückischen und völkerrechtswidrigen Attacken nehmen Menschen westliche Mächte nicht als die Guten, sondern als Terroristen wahr. Denn plötzlich explodiert die Welt um sie herum und geliebte Menschen werden im wahrsten Sinne des Wortes zerfetzt. Speziell durch die Ukrainekrise spürten und kritisierten viele Mediennutzer die unausgewogene Berichterstattung, die auch Nährboden für das Wort „Lügenpresse“ war.

In Lüders Roman beginnt sich Schelling zu fragen, „warum es Mut erforderte, die Wahrheit auszusprechen, manchmal nur eine missliebige Meinung zu vertreten. Immerhin lebte sie in einem Land, das nach allen Maßstäben als frei und demokratisch zu gelten hatte.“

Auch ihr guter Freund Günther versteht die Welt nicht mehr: „Eigentlich sollten Zeitungen Hintergründe liefern. Das tun sie aber nicht. Überall steht derselbe Quatsch, den ich längst im Internet gelesen habe. Durch deine Erfahrungen ist mir das zum ersten Mal so richtig bewusst geworden.“ – „Weil Qualität Kosten verursacht, Günther. Ein Meinungsartikel ist schnell geschrieben. Recherche braucht Zeit und kostet Geld.“

Journalistin im Visier amerikanischer Geheimdienste

Während Schelling den Widerstand der Medien überwinden muss, nehmen sie auch die amerikanischen Geheimdienste ins Visier und trachten schließlich nach ihrem Leben. Eine gnadenlose Jagd beginnt, wobei sich die Journalistin nicht auf alle ihr nahe stehenden Personen verlassen kann. Wem kann sie trauen und wird sie es überleben, sämtliche Hintergründe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Bewusst hat sich der Nahost-Experte und Autor Michael Lüders für den Titel „Never Say Anything“ entschieden, denn die Anfangsbuchstaben ergeben die Abkürzung des amerikanischen Geheimdiensts „NSA“. Es war klug die Romanform zu wählen, weil er so die Leser emotional dichter an die Protagonisten heranbringt. Dabei hält uns Lüders als Gesellschaft mit seinem Roman den Spiegel vor. Der moralische Zeigefinger wirkt nicht aufgesetzt, sondern fügt sich gut in die spannend erzählte Geschichte ein, die sich so in der Form auch im echten Leben täglich abspielen könnte.

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Kategorie: Augen & Ohren

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