Schluss mit der Propaganda: Öffentlich-rechtliches Fernsehen abschalten

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Staatsfern und transparent? Von Wegen!

Laut Rundfunkstaatsvertrag soll unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk „staatsfern“ organisiert sein. Dennoch sitzen in den Rundfunkräten auch Vertreter der Parteien und üben mal mehr, mal weniger Einfluss auf das Programm aus. Die im ZDF ausgestrahlte heute show widmete sich dem Parteieinfluss mit einem gewohnt satirischen Beitrag.

Seliger fordert, dass das Fernsehen nicht mehr per Gebühren, sondern mittels Steuern finanziert wird. Damit wäre dann alleinig das Finanzministerium für die finanziellen Mittel verantwortlich und Fernsehmacher müssten noch stärker fürchten, sich bei der Politik unbeliebt zu machen. Mit seiner Forderung schießt Seliger ein klassisches Eigentor, denn der staatliche Einfluss wäre noch größer als er ohnehin schon ist.

Doch es mangelt vielerorts an nötiger Transparenz. So werden etliche Inhalte des von den Bürgern finanzierten Rundfunks von privaten Produktionsfirmen erstellt, die mitunter auch direkt den Moderatoren der Sendungen gehören, wie im Falle von Günther Jauch. Wie viel Fernsehstars verdienen ist meist geheim, Einblicke in Kostenstrukturen gibt es nur eingeschränkt, was Seliger zurecht anprangert.

Der Quoten-Terror

Wesentlichen Einfluss auf Programmstruktur und Inhalte hat die so genannte „Einschaltquote“. Dabei handelt es sich um keine feste Größe, sondern der Fernsehkonsum von lediglich rund 5.600 Haushalten wird ausgewertet und dann hochgerechnet. Auch Seliger weist in seinem Buch darauf hin. Je größer der Marktanteil der Fernsehsender, umso teurer sind Werbezeiten. Daher gilt es stets, möglichst viele Zuschauer zu erreichen, auch wenn es eine Form von Selbstbetrug ist, die Einschaltquote als feste Größe zu akzeptieren. Theoretisch können alle anderen Haushalte ein anderes Programm verfolgt oder ihren Fernseher aus Frust schon aus dem Fenster geworfen haben.

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den Auftrag, alle relevanten gesellschaftlichen Aspekte abzubilden und neben Unterhaltung auch für kulturelle Inhalte zu sorgen – und dies unabhängig der Einschaltquote. Dennoch übt auch sie auf die Fernsehverantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender Rechtfertigungsdruck aus. Wie Seliger richtig darstellt, steht daher der Einkauf von sportlichen Großereignissen hoch im Kurs; koste es was es wolle. Die Angebote der privaten Fernsehsender können dank Gebühren und zusätzlichen Werbeeinnahmen stets überboten werden. Was im Umkehrschluss heißt, dass die gleichen Ereignisse auch kostengünstiger übertragen werden könnten.

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Kategorie: Augen & Ohren

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