Medien in der Glaubwürdigkeitskrise?!

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Warum sich der Dialog mit Lesern lohnt

Nachdem Michael Würz vom Zollern-Alb-Kurier eine Kurzmeldung über die Unterbringung von Flüchtlingen im kleinen Ort Meßstetten veröffentlichte, erhielt er wenige Stunden später am Telefon die eine Morddrohung. In einer Web-Reportage hatte auch Sandra Müller vom SWR das Geschehen über zwei Jahre begleitet. Auch sie wurde dafür in sozialen Medien angefeindet und begleitet.

Beide stellten sich dem Dialog. „Es geht gar nicht um den Troll, sondern um die vielen Mitleser“, stellte Würz klar. Auch sei es wichtig, sein (virtuelles) Gegenüber ernst zu nehmen. Zudem seien ihm und Müller auch Leser in den Diskussionen zur Seite gestanden. Auch so manche Drohungen entpuppt sich als Bluff. So hatte ein Herr mitgeteilt, er würde sein Tageszeitungs-Abonnement aufgrund der „unhaltbaren Berichterstattung“ kündigen. Dabei besaß er keins. „Es war äußerst lehrreich, in die verschiedenen Lebenswirklichkeiten einzutauchen“, meinte Müller.

Die Anfeindungen haben Kraft und Zeit gekostet, aber es lohne sich, Haltung zu zeigen. Allerdings ist dies oft nur bei einem hohen persönlichen Einsatz möglich, denn Arbeit- und Auftraggeber vergüten diesen Mehraufwand nicht zwangsläufig.

Mein persönliches Fazit

Wir brauchen weniger Helikopter-Journalismus à la landen, schnell ein paar Fotos schießen, O-Töne einfangen und wieder abheben. Möchte ich Zusammenhänge darstellen, ist die Recherche zeitaufwendiger. Ohne mein persönliches und teilweise unbezahltes Engagement scheine ich dem wohl kaum gerecht werden zu können.

Zudem darf ich nicht immer voraussetzen, dass Leser genau wissen, wie ich arbeite. So muss ich hin und wieder auch aufzeigen, warum ich wie berichtet habe. Aber manch wichtigen Schritt habe ich bereits vollzogen. Bereits vor vier Jahren habe ich mein Transparenz-Konzept gestartet, mit dem ich heute goldrichtig liege.

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