Früh übt sich: Von der Kunst eine ansprechende Schülerzeitung zu gestalten

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Jens Brehl: Bei derzeit 24 Redakteuren und Redakteurinnen stelle ich mir die Abstimmungsprozesse sehr aufwendig vor. Schließlich muss man ab einem gewissen Punkt auch einen tragfähigen Konsens finden und kann nicht monatelang debattieren.

Felix Molchanov: Das Arbeiten mit so vielen Leuten und Meinungen kann einerseits anstrengend sein, andererseits macht es auch Spaß und ist bereichernd. Unser Geheimnis ist unsere geordnete Diskussionskultur; zudem gelingt es uns recht gut, mögliche Probleme frühzeitig anzusprechen.

Jens Brehl: Für jeden Schüler ist die Schulzeit irgendwann einmal zu Ende und ihr verliert dadurch regelmäßig Mitstreiter. Wie sorgt Ihr kontinuierlich für Autorennachwuchs?

Felix Molchanov: Jedes Jahr sprechen wir die Sechst- und Siebtklässler aktiv an. Dazu gehen wir auch direkt in die einzelnen Klassen und stellen unsere Schülerzeitung vor. So stehen wir auch zwischen zwei Ausgaben im regen Austausch mit unseren Mitschülern. Im nächsten Schuljahr verlassen unsere Redaktion einige Neuntklässler, aber wir haben schon genug Nachwuchs als Ausgleich.

Jens Brehl: Eure Leserschaft besteht aus Fünft- bis Neuntklässlern, die sich für unterschiedliche Themen interessieren. Wie bekommt Ihr das alles unter einen Hut?

Felix Molchanov: Da unsere Redaktion breit gefächert ist, kennen wir die einzelnen Interessensgebiete sehr gut und wissen mit welchen Themen sich die Schüler derzeit am meisten beschäftigen. Wir können es zwar nicht allen recht machen, aber wir versuchen einen guten Ausgleich zwischen unterhaltsamen und tief greifenden Beiträgen zu wahren.

Jens Brehl: Welche Beiträge würden Sie gerne noch veröffentlichen?

Felix Molchanov: Mehr sozialkritische Gesellschaftsthemen, die sich etwa mit Toleranz und mit politischen Beziehungen zwischen Ländern befassen, würden mir sehr gut gefallen. Dabei müssten wir aber aufpassen, auch für jüngere Leser noch verständlich und interessant zu bleiben.

Jens Brehl: Was zeichnet einen guten Journalisten aus und können Sie sich vorstellen später auch den Beruf des Journalisten zu ergreifen?

Felix Molchanov: Ein guter Journalist ist wissbegierig, hat keine Angst Fragen zu stellen und informiert seine Mitmenschen gerne. Er versetzt sich in ein Thema dermaßen hinein, dass auch seine Leser es spannend finden.

Obwohl ich mir vorstellen kann, als Journalist zu arbeiten bin ich mir noch unklar. Die Arbeitsplätze sind nicht gerade sicher. Wenn es mir allerdings in einigen Jahren immer noch Freude bereitet, bin ich aber offen dafür. Ausschließen würde ich den Beruf auf gar keinen Fall.

Jens Brehl: Vielen Dank für unser Gespräch.

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