Energiewende braucht aktive Bürger

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Jens Brehl: Haben Sie Ihren Pioniergeist trotzdem noch behalten?

Ursula Sladek: Ja, natürlich! Auch wenn die Bundesregierung sich die Energiewende auf die Fahne geschrieben hat, gibt es für uns Bürger noch viel zu tun. Gerade jetzt ist es wichtig zu zeigen, dass wir für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar sind.

Jeder Einzelne kann sich dabei aktiv einbringen. Am einfachsten ist es, zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln und damit seinen persönlichen Ausstieg aus fossiler Energie und Atomkraft zu vollziehen. Auch kann man sich bei Energie-Genossenschaften einbringen oder vielleicht auch auf dem eigenen Dach eine Photovoltaikanlage installieren.

Zudem ist die politische Arbeit wichtig, auch wenn man glaubt, die Politiker machen was sie wollen. Würden alle paar Wochen Hunderttausende in Berlin für die Energiewende demonstrieren, müssten sich auch die Politiker stärker bewegen. Leider sind die Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen rückläufig.

Am Ende müssen die Menschen jedoch verstehen, dass es um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel geht. Zudem macht es Spaß sich zu engagieren, da man sich dann nicht mehr machtlos fühlt.

Jens Brehl: Was sind momentan die größten Herausforderungen für die EWS Schönau?

Ursula Sladek: Einerseits sind das die geänderten Rahmenbedingungen des EEG, die natürlich auch unsere Arbeit betreffen. Daneben ist der Bau des neuen Atomkraftwerks im britischen Hinkley Point ein Skandal, den man nicht einfach so hinnehmen kann. Über 35 Jahre garantiert die englische Regierung dem französischen Versorger EDF einen nahezu doppelten Stromabnahmepreis als marktüblich – sogar mit Inflationsausgleich! Die Atomenergie hatte 60 Jahre lang Zeit zu beweisen, dass sie sich wirtschaftlich lohnt und hat dies nicht geschafft. Daher ist es mir ein großes Anliegen, aus Deutschland ein deutliches Zeichen zu setzen, dass es massiven Widerstand gibt.

Jens Brehl: Zum Ende des Jahren ziehen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Mann aus dem Vorstand der EWS Schönau zurück und ihre beiden Söhne Sebastian und Alexander Sladek übernehmen. Wie dürfen wir uns Ihren Ruhestand vorstellen?

Ursula Sladek: Mein Mann und ich werden uns auch weiterhin für die Energiewende einsetzen, denn das Thema begleitet uns seit Tschernobyl bereits annähernd 30 Jahre. Aber ich werde es genießen, nicht mehr jeden Tag ins Büro gehen zu müssen – auch wenn wir die EWS Schönau sicherlich unterstützen werden. Es fällt mir aber leicht loszulassen, weil zwei unserer Söhne in unsere Fußstapfen treten und ich damit weiß, dass die ursprüngliche Vision weitergeführt wird. Somit steht auch in Zukunft die Energiewende an oberster Stelle.

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Kategorie: die Freigeber Story

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