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Mehr als nur lousy Pennies

„Die Suche nach einem Thema hat mich in der Vergangenheit in die falsche Richtung geführt. Ich muss einfach über meinen Beruf und darüber bloggen, was mich persönlich brennend interessiert“, sagt Journalist Karsten Lohmeyer. In seinem Blog „Lousy Pennies“ geht er zusammen mit Kollegen der Frage nach, wie man mit (guten) journalistischen Inhalten im Internet Geld verdienen kann. Neben Beiträgen und Interviews zum Thema, gibt Lohmeyer tiefe Einblicke in seine Arbeit, um Erfahrungen und mögliche Erfolgsrezepte zu teilen.

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Es geschah an einem Nachmittag Ende 2012. Karsten Lohmeyer besuchte einen Vortrag von Richard Gutjahr [1] übers Bloggen und die berühmten „lousy pennies“, die man damit verdienen kann. Danach ging alles recht schnell: Noch am gleichen Abend sicherte sich Lohmeyer die Domain. Bereits wenige Tage später startete er sein Lousy Pennies-Blog und zwar ohne Themen- oder Businessplan im Gepäck.

Geld verdienen im Internet

Bereits seit 1993 beschäftigt sich Lohmeyer mit dem Themenkomplex Internet. Hier könnten Verlage aufgrund ihrer Unternehmensgröße nur lousy pennies verdienen, da sie in der Regel hohe Fixkosten haben. Doch einem unternehmerisch denkenden Journalisten könnten die Einnahmen durchaus reichen, um seine Familie zu ernähren. So zumindest die Überlegungen von Lohmeyer.

Welche Möglichkeiten und Wege es gibt, mit journalistischen Inhalten im Internet Geld zu verdienen, möchte er zusammen mit seinem Kollegen Stephan Goldmann beleuchten. Dieser war als Chefredakteur bei Burda für die Sonderhefte des Computermagazins „Chip“ zuständig. Jahrelang baute er nebenbei intensiv zwei Onlineplattformen auf und machte sich schließlich selbständig. „Ich habe ihn zunächst für verrückt erklärt“, erinnert sich Lohmeyer. „Wie kann man nur in der heutigen Zeit einen unbefristeten alten Print-Vertrag kündigen? Doch sein mutiger Schritt hat mich auch beeindruckt.“ Goldmanns Geschichte und Erfahrungen fließen in den gemeinsam betriebenen Blog ein.

Mit dem freiwilligen Bezahlen haben die beiden Blogger bereits gute Erfahrungen gemacht. In der Vergangenheit setzten sie dazu auch auf PayPal und derzeit nutzen sie Flattr. So bald wie möglich möchten Sie mit dem neuen System Laterpay loslegen. Freiwilliges Bezahlen soll fast so einfach werden wie ein Like bei Facebook [2]. Lousy Pennies gehört dann zu einem der ersten Blogs, die Laterpay einsetzen. Das System befindet sich derzeit in der Beta-Phase.

Blaupausen aus dem Versuchslabor

„Wir befinden uns auf einer Reise und wollen unterwegs mit vielen interessanten Menschen sprechen. Einige von ihnen sind bereits erfolgreich, andere auf dem Weg dahin und einige sind auch gescheitert“, bringt Lohmeyer seine Motivation auf den Punkt. „Lousy Pennies ist ein Versuchslabor und wir erheben keinen Anspruch auf ein für jeden passendes Patentrezept.“ Dafür liefern Lohmeyer und Goldmann neben aufschlussreichen Beiträgen auch Blaupausen:

Die exali GmbH war der erste Sponsor des Blogs. Der komplette Vorgang nebst ausführlichem Interview und Vertrag veröffentlichte Lohmeyer. [3] Einerseits sorgte er damit für Transparenz, da auch regelmäßige Gastbeiträge seines Sponsors vereinbart sind. Andererseits wollte er auch eine Blaupause liefern, wie eine Kooperation aussehen kann. „Die Leser können an unserem Beispiel lernen, auch wenn wir vielleicht an einem Punkt einmal scheitern sollten. Wir möchten nichts vorschreiben; jeder muss seinen Weg finden.“ Wichtige Bausteine dazu sind in Lohmeyers Augen ausführliche Interviews mit den Sponsoren. Nicht um ihnen weitere Werbefläche zu bieten und den Unternehmensnamen ein weiteres Mal zu erwähnen. „Wir möchten ausloten, warum sie sich dazu entschlossen haben, in unserem Blog zu werben. Das erlaubt Rückschlüsse für andere Blogger, die aktiv Sponsoren einbinden möchten.“ Der Plan scheint aufzugehen, denn mit Zeiss Digital Brillengläser ist nun der zweite Hauptsponsor bei Louys Pennies [4] eingestiegen.

Das Bloggen habe sich auf jeden Fall gelohnt: „In den vergangenen Monaten konnte ich durch jedes einzelne Gespräch unglaublich viel lernen und wertvolle Kontakte knüpfen.“ Zudem wird Lohmeyer als Marke wahrgenommen und gilt als ein Experte für das Geldverdienen im Internet mit journalistischen Inhalten. So publiziert er auch außerhalb seines Blogs, wird in Medienberichten zitiert und ist mittlerweile gern gesehener Gast bei Podiumsdiskussionen. Ohne Lousy Pennies [5] wäre dies nicht passiert. „Erfolg sollte man aber stets mit Demut annehmen und sich selbst nicht überschätzen“, sagt er im ernsten Ton.