Hundekuchen und Journalismus

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Auf der Suche nach Innovationen

Medienunternehmen geben sich gerne innovationsfreudig. So beispielsweise die Axel Springer AG, die ihre Zukunft im digitalen Geschäft sieht und den Konzern dementsprechend umbaut. So hat sich das Haus von etlichen Zeitungstiteln verabschiedet und diese verkauft.

Auch andere Medienhäuser lassen gerne verlauten, dass sie im Internet Geld verdienen. Doch dies tun sie oft nicht mit ihrem bisherigen Kerngeschäft, nämlich den journalistischen Inhalten, sondern mit Tiernahrung, Single-Börsen, Urlaubs-Checks und dergleichen. „Darin liegt eine Gefahr: Journalismus wird zum Hobby. Und Hobbys können sich Unternehmen an der Börse definitiv nicht leisten – das werden sich Investoren nicht bieten lassen“, zitiert Simone Jansen den ehemaligen Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer. „So erklärt sich der Widerspruch, dass es den Verlagen dank ihrer Gemischtwarenläden zwar gut geht, der Journalismus sich aber leider in einer Krise befindet“, führt die Autorin weiter aus.

Echte Innovationen kämen häufig von freien Journalisten und Bloggern. „Charakteristisch ist, dass viele der neuen journalistischen Angebote einen weiteren Vorteil gegenüber den traditionellen aufweisen, nämlich das Fehlen einer Tradition und damit auch einer über Jahrzehnte herausgebildeten Selbstreferenzialität“, schreibt Hardy Prothmann, Gründer des hyperlokalen und erfolgreichen Heddesheimblog. „Gefälligkeitsjournalismus, parteiliche Einflussnahme, Vetternwirtschaft und monopolistische Strukturen sind den neuen Medienangeboten wesensfremd (…).“ Prothmann ist sich sicher, dass Blogs eine wichtige Informationslücke schließen. Immer dann, wenn Themen einer Zeitung nicht genehm sind oder sie sich aus wirtschaftlichen Gründen von Regionen verabschiedet und von dort gar nicht mehr berichtet. Die Wächterfunktion der Presse sieht Prothmann gefährdet.

Journalismus in der digitalen Moderne

Wie geht es weiter mit dem Internet und den Medien? Einige Antworten sind im Buch „Journalismus in der digitalen Moderne“ zu finden.

Hinter verschlossenen Türen

Es ist schwierig der Themenvielfalt des Buchs in einer knappen Rezension gerecht zu werden. Oftmals ist der Sprengstoff gar zwischen den Zeilen zu lesen, besonders bei solch radikalen Beiträgen wie der von Hardy Prothmann.

Etliche Aspekte des Gesamtwerks werden hinter verschlossen Türen in der Medienwelt diskutiert, der Nutzer erfährt davon wenig. Er weiß kaum wie schwer es für Journalisten sein kann, für echte Innovation zu sorgen – was immer passiert wenn er gegen Systemmauern knallt. „Journalismus in der digitalen Moderne“ hat ganz klar Medienschaffende und –wissenschaftler als Zielgruppe im Fokus. Das sollte interessierte Leser, die gerne einen Blick hinter die Kulissen der Medienwelt werfen möchten, nicht abschrecken.

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Kategorie: Augen & Ohren

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