Hessischer Jungjournalistentag: In der Medienbranche einen Fuß in die Tür bekommen

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Ob Journalistenschule, Studium, Volontariat oder Quereinstieg: Viele Wege führen zum Beruf des Journalisten. 100 Besucher informierten sich über Ausbildung, Karrierechancen vergangenen Samstag auf dem hessischen Jungjournalistentag in Frankfurt am Main. Zudem standen Vorträge und Workshops zu Hate-Speech in sozialen Medien, Podcasts, Recherche und mehr auf dem Programm. Ein persönlicher Rückblick.

Bereits zum vierten mal luden der Deutsche Journalisten Verband Hessen und die Jugendpresse Hessen zum Jungjournalistentag. Diskussionen, Vorträge, Workshop und das persönliche Knüpfen von Kontakten erleichtern schließlich den Berufseintieg.

Mach dein eigenes Ding: crowdspondent

Die freien Journalistinnen Lisa Altmeier und Steffi Fetz sind mit ihrer Plattform crowdspondent wohl so dicht an ihren Lesern dran, wie es sich manch andere Medien nur wünschen können. Die Idee hinter crowdspondent ist so einfach, wie genial: „Wir setzen die Themen um, die unsere Nutzer interessieren und nicht die, die sich jemand am Schreibtisch in einem Glasturm ausdenkt“, erklärte Altmeier.

Konkret sieht es so aus, dass die Nutzer Themen vorschlagen, Geld sammeln und die zwei Journalistinnen sie dann in Form von Artikeln und Videos umsetzen. So reisten sie wochenlang durch Griechenland, denn die crowdspondent-Leser wollten erfahren, wie es Land und Leute geht. Oder sie quartierten sich in einer Wohngemeinschaft für demente Menschen ein.

Natürlich bieten die freien Journalistinnen auch anderen Medien wie der Süddeutschen Zeitung die Themen an. Doch allzuoft stecken die externen Redaktionen in der „Klischeefalle“: Schrille, verrückte Japaner gerne, andere Sichtweisen eher nicht.

Mittlerweile können Altmeier und Fetz sich drei Monate im Jahr ausschließlich mit crowdspondet widmen und auch davon leben. Der Start für die eigene Plattform sicherte ein Stipendium von VOCER, welches die beiden Journalistinnen mit je 500 Euro im Monat für ein halbes Jahr unterstützt hat. Das Publikum am Jungjournalistentag bekam einen guten Eindruck, wie man eigene Projekte verwirklichen kann.

Junges Publikum bei ARD und ZDF

Mit dem klassischen Fernseh- und Radioprogramm erreicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk kaum junges Publikum. Daher haben die Anstalten gemeinsam „funk“ ins Leben gerufen: Unterhaltungssendungen, Reportagen und Dokumentationen werden hier auf das junge Publikum zugeschnitten und erreichen es via Facebook, YouTube, Snapchat & Co. „Im Vordergrund möchten wir unterhalten, aber auch eine Message mitgeben“, erklärte Leidner. Was durchaus überraschte: ernste Themen kommen sehr gut an.

Janina Strothmann und Stefan Leidner liefern im Auftrag des Hessischen Rundfunks Material für funk, welches die öffentlich-rechtlichen Anstalten gemeinsam finanzieren. Gerade junge und angehende Journalisten hätten hier besondere Chancen, mit ihren Themen zu punkten.

Wie starte ich einen Podcast?

Wie man einen eigenen Podcast startet und der Einstieg in das Podcasting gelingen kann, erläuterte der Medientrainer Stanley Vitte in seinem Workshop. Neben dem Konzept sollten bereits die Inhalte für die ersten Folgen geplant sein. Nur so könne man das Format am Leben halten.

Auch in puncto Aufnahmetechnik sollte man mit vorhandenem Gerät arbeiten, bevor man große Investitionen tätigt. „Zum Start reicht auch das Smartphone“, beruhigte Vitte. Man könne sich sukzessive bessere Technik anschaffen. Es gehe vor allem um das Experimentieren und Erproben von neuen Formaten. Zudem sei ein eigener Podcast gerade für freie Journalisten ein gutes Aushängeschild.

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Kategorie: Medien

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