Focus Online löscht Artikel von Osthessen News

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Focus Online hat auf seiner Internetseite mehrere von Osthessen News gelieferte Artikel gelöscht – zwei davon hatte der Freigeber als Verstöße gegen den Pressekodex bemängelt. Bei dem Beitrag über den Besuch eines Grünen-Politikers handelte es sich um eine nicht gekennzeichnete Pressemitteilung, ein Beitrag über die Rabattaktion eines Autohauses legte den Verdacht auf Schleichwerbung nahe.

Statt des Verdachts auf Schleichwerbung gibt es nun eine Fehlerseite auf Focus Online zu sehen.

„Die beiden von Ihnen genannten Artikel entsprachen nicht unseren Richtlinien, sodass wir diese nach entsprechender Prüfung durch unsere Redaktion in Absprache mit Osthessen News entfernt haben. FOCUS Online behält sich vertraglich abgesichert vor, Inhalte seiner Verlagspartner mit entsprechendem Grund jederzeit löschen zu können“, schrieb Johanna Schallehn, Kommunikationsabteilung BurdaForward, auf Anfrage.

Zu den genauen Gründen hat sich das Medienhaus bislang nicht geäußert. Unklar ist ebenso, wie Focus Online sicherstellen möchte, dass zukünftige Inhalte den Richtlinien entsprechen. Diese untersagen unter anderem die Weitergabe von reinen Agenturmeldungen und werblichen Inhalten. Die Redaktion prüft von Partnern gelieferte Beiträge allerdings nicht, bevor sie auf Focus Online veröffentlicht werden. Der Beitrag über die Rabattaktion eines Autohauses war von Anfang Mai 2018 bis etwa Mitte Januar 2019 auf Focus Online zu lesen.

Da Focus Online anders als Osthessen News zu einem Verlag gehört, ist der Deutsche Presserat bei Verstößen gegen den Pressekodex zuständig. Dort kann jeder Leser online und kostenfrei Beschwerden einreichen.

Seit zwei Jahren verbreitet Focus Online neben eigenen Inhalten auch Beiträge von regionalen Partnern. Einer von vielen ist dabei Osthessen News. Jeder Partner entscheidet selbst, welche seiner Artikel er Focus Online verfügbar macht. Weitere Hintergründe gibt es hier.

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Kategorie: die anderen, Medienalltag | Schlagwörter: , ,

2 Kommentare

  1. Focus Online hat offenbar nicht nur ein Problem mit Pressemitteilungen, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Auch zumindest ein weiterer übernommener Artikel dürfte weder den „Richtlinien“ noch dem Pressekodex entsprechend. Denn darin gibt ein offenbar von der Autoindustrie bezahlter (!) „Professor“ fast ausschließlich groben Stuss (!) über Elektroautos von sich. Doppelt unfassbar!

    Aber zum Glück gibt es Blogs wie diesen hier und diesen dort:

    https://graslutscher.de/ueber-den-peinlichen-unsinn-den-ein-selbsternannter-experte-ueber-e-autos-schreibt-und-wie-focus-online-ihn-trotzdem-veroeffentlicht/

    • Das Problem wird Focus Online auch nur schwer in den Griff bekommen, wenn man dort von Partnern veröffentlichte Inhalte nicht vorab selbst redaktionell prüft.

      Die Strategie scheint jedoch eher darauf abzuzielen, so viel Inhalt wie mögllich zu veröffentlichen, die Qualität ist da wohl weniger wichtig.

      Ein Tipp: Für Focus Online ist der Presserat zuständig. Jeder kann kostenfrei online Beschwerden einreichen, wenn gegen den Pressekodex verstoßen wird: https://www.presserat.de/beschwerde/online-beschwerde/

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