„Die größte Gefahr der Medien geht heute von der Macht des Geldes aus“

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Es ist eine Krux: Einerseits sind Informationen öffentliche Güter und sollten frei zugänglich sein. Auf der anderen Seite bedroht gerade die Gratiskultur die Existenz der Medien. Seitdem die Auflagen der gedruckten Zeitungen sinken und gleichzeitig auch Anzeigenerlöse zurückgehen, bröckeln in etlichen Verlagshäusern die Ertragsmodelle. Für eine gelebte Demokratie sind Medien jedoch wichtig, daher plädiert Autorin Julia Cagé in ihrem Buch „Rettet die Medien“ dafür, sie vom Kapitalismus zu befreien.

Medien seien jedoch Unternehmen wie andere, schreibt Julia Cagé, Assistant Professor für Wirtschaft am Institut d’Études Politiques in Paris. Vorrangiges Ziel sei es, das öffentliche Gut der freien und unabhängigen Information für die demokratische Auseinandersetzung verfügbar zu machen – doch die Jagd nach der maximalen Rendite beherrscht vielerorts die Realität. Was zählt sind Auflagenhöhe und Einschaltquote. In Ihrem Buch „Rettet die Medien – Wie wir die vierte Gewalt gegen den Kapitalismus verteidigen“ will die Autorin einen Weg aus diesem Dilemma aufzeigen.

Medien in den Händen von Milliardären

rettet-die-medienIn den letzten Jahren sind etliche Medienunternehmen in finanzielle Schieflage geraten, auch weil deren Geschäftsmodelle veraltet sind. Das kümmert die meisten Bürger kaum, schließlich trifft dieses Schicksal auch Unternehmen aus anderen Branchen. Sie vergessen dabei, dass freie Medien für gelebte Demokratie essentiell sind.

Cagé findet deutliche Worte: „In welcher Demokratie leben wir, wenn wir schon glücklich sein müssen, dass sich in letzter Sekunde ein Immobilienspekulant und ein Mobilfunkanbieter zusammentun, um eine Traditionszeitschrift wie „Libération“ zu retten?“ Auch wenn Medien dadurch weiterexistieren können, sieht die Autorin mehrere Gefahren:

„Sowenig eine wirkliche Demokratie dadurch überleben kann, dass sie sich ihr politisches Leben von einigen wenigen finanzieren lässt, die über unerschöpfliche Mittel verfügen, sowenig dürfen jene Medien, die für die Qualität demokratischer Auseinandersetzungen einstehen sollen, schutzlos der Einflussnahme steinreicher Milliardäre ausgeliefert sein.“

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