Wo Hopfen und Malz in guten Händen sind

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Ein uralter (und schlechter) Witz: Gehen zwei Journalisten an einer Kneipe vorbei. Okay, alles klar: Der Beruf ist so stressig, ohne Alkohol geht gar nichts. Haha, was haben wir alle gelacht. Doch die freie Journalistin Nina Klotz trinkt tatsächlich (auch) aus beruflichen Gründen und zwar vornehmlich gutes Bier: Seit 2013 gibt sie das Online-Magazin „Hopfenhelden“ heraus und gewährt uns damit Einblicke in die deutsche Craft Beer-Szene.

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Vor vier Jahren hat Nina Klotz ihren Themenschwerpunkt auf Essen und Trinken gelegt. „Als freie Journalistin ist es sinnvoll, sich einen Schwerpunkt zu suchen, anstatt sich mit einem großen Bauchladen voller Themen zu verzetteln.“ Bei ihrer Wahl hat sie sich im wahrsten Sinne des Wortes auf ihren Bauch verlassen, denn wichtig sei es vor allem, dass man selber ein an den Themen interessiert ist – und Bier trinkt sie leidenschaftlich gerne. Schließlich stieß sie auf Craft Beer und beschloss, mit „Hopfenhelden“ ein eigenes Onlinemagazin zu starten. Um mit den unterschiedlichen Brauern auf Augenhöhe zu sprechen, benötigte Klotz das nötige Fachwissen und so ließ sich die junge Frau zur Biersommelière ausbilden.

Was Craft Beer ist

Während einer Recherche stieß Klotz auf gehobene Restaurants, die neben vorzüglichen Weinen auch spezielle Biere anboten. Dies führte die freie Journalistin schließlich auf die „Braukunst live!“ in München, die wichtigste Craft Beer Messe in Deutschland.

„Der Begriff ist gerade in Deutschland umstritten, denn wörtlich übersetzt bedeutet ‚craft’ ‚handwerklich’“, erklärt Klotz. Doch das stimme bei vielen Craft Bieren aus den USA – woher der ursprüngliche Trend stammt – schon lange nicht mehr. Amerikanische Craft-Brauereien hätten mitunter einen Ausstoß in der Größenordnung etwa von Paulaner oder Augustiner. Die Biere entstünden in großen, von Computern gesteuerten Anlagen wie die hierzulande bekannten Fernsehbiere.

„Doch der Craft-Gedanke ist mehr als seine wörtliche Übersetzung“, führt Klotz weiter aus. Viel mehr gehe es um von Konzernen unabhängige Brauereien, die Bier anders denken und mutig neue Rezepte kreieren. Fernab von Marketingabteilungen, die mit ihren Analysen ein Bier für den Massengeschmack entwickeln und damit nirgends anecken. „Ein gutes Bier hat Charakter und unterscheidet sich von anderen, so dass man es beim blinden Verkosten wiedererkennt.“ Das Glas Bier in der Hand sei aber „nur“ das Happy End einer langen Geschichte und für eben solche interessiert sich Klotz besonders.

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3 Kommentare

  1. Sinnvoller Journalismus. Mehr bitte.

  2. Wenn ich die Wahl habe zwischen langweiligem, künstlichem Bier und einem Craft, dass mit Begeisterung, Leidenschaft und im Einklang mit der Natur gebraut wird, dann finde ich letzteres sinnvoll. Selbes gilt dann auch für den Journalismus – nicht nur aber auch im übertragenem Sinn.

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