So schnell wird aus einer Bluttat ein vermeintlicher Amoklauf

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Am 20. August verloren drei Menschen in Dossenheim ihr Leben, als es am Sportplatz zu einer Schießerei kam. Es dauerte nicht lange, da berichteten Medien von einem Amoklauf, den es aber so nie gegeben hat. „Zum menschlichen Drama kommt häufig das mediale Drama hinzu“, schreibt Hardy Prothmann im Heddesheimblog.

Die Meldung von einem Amoklauf verbreitete sich vermutlich durch eine Meldung einer Nachrichtenagentur. In der Regel sind Medien agenturhörig und verbreiten die Informationen oft ungeprüft weiter – zudem wird auch gerne voneinander abgeschrieben. Wie im Falle des „Amoklaufs“ in Dossenheim. Die Hintergründe dieses medialen Ausrutschers und die Fehler im System beleuchtet der ausführliche Beitrag „Wenn Medien Amok laufen“.

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Kategorie: Medienalltag

2 Kommentare

  1. Das Gleiche hat mein Sohn in seiner Schule erlebt. (FOS, 11 Klasse). Es ging eine anonyme Bombendrohung ein. Über Lautsprecher wurde eine codierte Nachricht in alle Klassenräume gesendet, die Lehrer haben darauf die Klassentüren verschlossen und alle Schüler in die hinterste Ecke des Klassenzimmers geschickt. Dann haben sie gesagt, wahrscheinlich sei ein Amokläufer im Schulgebäude unterwegs. (Einige Tage zuvor war der Amoklauf in der Grundschule in den USA). Wie die Schülerinnen und Schüler sich gefühlt haben, kann sich jeder vorstellen. Dann hieß es plötzlich, ganz schnell das Gebäude verlassen, weil eine Bombe versteckt sein könnte. Ich habe mich gefragt, was die Person, die den Anruf entgegengenommen hat bewogen haben könnte, bei einer Bombendrohung von einem Amoklauf zu sprechen? Hinterher als sich alles als Fehlalarm entpuppte waren dann alle „so erleichtert“, dass sich niemand mehr gefragt hat, wieso jemand so unachtsam mit Worten junge Menschen traumatisiert hat.

    • Liebe Frau Sohler,

      ich glaube, wir unterschätzen häufig die Macht der Worte und kommunzieren in unserem Alltag häufig unbedacht. Wir vergessen dabei unsere Wirkung auf unser Umfeld.

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