„Topfvollgold“ ist ab sofort gemeinnützig

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Der medienkritische Blog „Topfvollgold“ hat die deutsche Regenbogenpresse im Visier, die regelmäßig den Zeitschriftenhandel mit Halbwahrheiten, unausgegorener Recherche und dreisten Lügen überschwemmt. Moritz Tschermak und Mats Schönauer stellen mit ihrem Blog nicht nur ein Gegengewicht dar, sondern die Macher können ab sofort ihren Förderern Spendenquittungen ausstellen. Als erster journalistischer Blog ist „Topfvollgold“ seit letzter Woche vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt.

Logo Topfvollgold

Es ist eine mittelschwere Revolution, denn selbst wenn (kritischer) Journalismus das Gemeinwohl fördert, gilt er in Deutschland nicht als gemeinnützig – auch wenn er keine Gewinnabsichten verfolgt und Inhalte frei zugänglich als kulturelle Gemeingüter veröffentlicht werden. Förderer können ihre finanziellen Hilfen für solche Projekte demnach nicht von der Steuer absetzen.

Nonprofit-Journalismus + Erwachsenenbildung = gemeinnützig

Der Schlüssel für den Erfolg in Sachen Gemeinnützigkeit von Moritz Tschermaks und Mats Schönauers Blog ist Kreativität: Die beiden kombinierten ihren Nonprofit-Journalismus mit Projekten im Bereich der Erwachsenenbildung. Letztere kann das Finanzamt als gemeinnützig anerkennen, besonders wenn keine finanziellen Gewinnabsichten bestehen. „Wir möchten beispielsweise Podiumsdiskussionen zu Medienkritik, aber auch Seminare in Universitäten für Journalismus-Studenten durchführen“, erklärt Tschermak. Die beiden Journalisten haben dazu gemeinsam die „m&m Medienkritik gemeinnützige UG“ (haftungsbeschränkt) gegründet.

Inwieweit sich dieses Modell auch auf andere Projekte übertragen lässt, wird sich zeigen. Schließlich entscheiden die jeweils zuständigen Finanzämter, ob sie Organisationen und deren Aktivitäten auch tatsächlich als gemeinnützig anerkennen. Nur journalistische Inhalte frei zugänglich anzubieten reicht derzeit auf jeden Fall noch nicht.

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