Shift hat genug

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Ohne Crowdfunding-Kampagne ist die zweite reguläre Ausgabe von Shift im Zeitschriftenhandel mit einer höheren Auflage von 13.000 Exemplaren angekommen, da Herausgeber Höly auch genügend Anzeigenkunden akquirieren konnte. Passend dazu liegt der Themenschwerpunkt bei den gesellschaftlichen Fragen, wie viel genug ist und wo Armut beginnt.

„Für mich heißt Wohlstand zunächst einmal, dass ich wohl stehe. Dass ich verankert und verwurzelt bin, einen festen Stand habe. Dass ich einen Halt habe, auf den ich bauen kann. Ein Fundament, auf das ich vertrauen kann. Wie kommt es also, dass wir Wohlstand rein materiell verstehen? (…) Aber habe ich auch genug? Noch nicht, möchte ich antworten. Aber wann habe ich denn genug? Wie viel brauche ich zum Leben, wie viel brauche ich, um glücklich zu sein?“ schreibt Herausgeber Daniel Höly.

Wohlstand neu definieren

shift2-genug-freigeberTatsächlich denken wohl die meisten Menschen bei Wohlstand zuerst an Geld. Doch auch frisch gepflückten Himbeeren aus dem Garten können Reichtum verdeutlichen, wie Autorin Salmone Wick in ihrem Beitrag aufzeigt – es komme eben auf die Sichtweise an. Dagegen entdeckt Autor David Decker, dass er statistisch gesehen zwar arm ist, sich aber nicht so fühlt. Mit den gemeinsamen Einnahmen kann er seine Familie gut versorgen, auch weil er auf teuere Ratenkäufe und dergleichen verzichtet.

In den Artikeln zum Themenschwerpunkt gelingt es den Autoren recht gut, alternative Sichtweisen auf unseren Wohlstand aufzuzeigen. Unser vielfaches Meckern auf hohem Niveau verdeutlichen Beatrice Tzschentke und Daniel Höly, in dem sie einen intensiven Blick auf die Probleme von Flüchtlingen werfen.

Allerdings hätten die Autoren stärker darauf eingehen können, dass unser jetziges Wirtschaftssystem auf unendliches Wachstum bei endlichen Ressourcen baut. Der gewählte Themenschwerpunkt wäre demnach eine gute Vorlage gewesen, Formen des gemeinwohl-orientierten Wirtschaftens im großen Stil aufzuzeigen.

Shift international gut vernetzt

In der zweiten regulären Ausgabe zeigt Herausgeber Höly, wie gut er durch sein journalistisches Netzwerk auch an ungewöhnliche internationalen Geschichten herankommt, die das Potenzial haben Leser zu überraschen. Da ist einerseits der lesenswerte Beitrag über Bettelkinder im Senegal und auf der anderen Seite der über das weltweit einzige Altersheim für Prostituierte in Mexiko. In einem online frei zugänglichen Interview gewährt die Fotografin des letztgenannten Beitrags einen Blick auf ihre persönlichen Eindrücke. Insgesamt bietet die zweite reguläre Ausgabe vielfältig interessanten Lesestoff und so war Shift demnach zu Recht als Medienpartner mit einem eigenen Stand auf der Frankfurter Buchmesse vertreten.

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