Juiced: Vom Blog zum Onlineshop für unabhängige Magazine

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Die Macher unabhängiger Magazine haben es nun noch leichter, neue Leser zu gewinnen. Daniel Höly, Herausgeber von Shift, hat sein Onlinemagazin Juiced in einen Onlineshop gewandelt. „Die Herausgeber können sich so mehr um die Inhalte ihrer Publikation kümmern, anstatt um den Vertrieb im Internet. Ich möchte anderen weitergeben, was ich mir für Shift gewünscht hätte“, sagt Höly. Zehn Zeitschriften sind zum Start mit dabei, darunter Die Epilog, FROH!, Kater Demos, Rosegarden, SHIFT und WASD.

„Alle Herausgeber unabhängiger Magazine stehen vor den gleichen Herausforderungen, wie sie den Online-Vertrieb aufstellen. Entweder schlagen sie sich selbst mit der Technik herum oder nutzen einen externen und kostenpflichtigen Anbieter“, sagt Höly. Der Herausgeber weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit in einem Magazin steckt, hinter dem kein großer Verlag mit seinen Ressourcen steht.

Die für den neuen Onlineshop ausgewählten Magazine sind nicht nur unabhängig, sondern bieten auch journalistische Qualität. Noch in diesem Monat sind alle Bestellungen versandkostenfrei, ab August berechnet Juiced 2,95 Euro.

Aller Anfang war ein Videospiel

2004 gründete Höly Juiced als Fanseite für das gleichnamige Rennspiel. Als es 2008 eingestellt wurde, startete er kurzerhand einen Blog über Medien- und Technologiethemen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus ein Onlinemagazin mit nach eigenen Angaben über 50 Gastautoren, 1.400 Artikeln und 10.000 monatlichen Lesern.

„Die ehrenamtlichen Redakteure und ich haben gemerkt, dass es gerade als kleiner unabhängiger Verlag fast unmöglich ist, mit Juiced nennenswert Geld zu verdienen. Es sei denn, wir würden Masse statt Klasse veröffentlichen, uns nur noch populären Themen widmen oder die Beiträge populistisch anreißen, um mehr Klicks zu generieren – aber all das war nie unser Ansatz. Uns hat einfach die Perspektive gefehlt.“ Juiced einzustampfen kam jedoch nicht infrage. Daran gekoppelt war der Onlineshop für Shift. Ihn für weitere Magazine zu öffnen, war der nächste logische Schritt.

Das radikale Umwerfen des Geschäftsmodells seines ehemaligen Online-Magazins ist der erste sichtbare Auswuchs der kreativen Auszeit. Ende 2016 hatte der junge Herausgeber angekündigt, in diesem Jahr keine neue Ausgabe von Shift zu veröffentlichen.

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Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für deinen Artikel, Jens. Das hast du wirklich schön zusammengefasst!

    Insgesamt ist es mir einfach wichtig, dass Indie-Magazinmacher kein Konkurrenzdenken an den Tag legen, sondern sich gemeinsam unterstützen, wo sie nur können. Und da ich mich nun schon seit ein paar Jahren mit den technischen und rechtlichen Aspekten eines Onlineshops herumschlage, freut es mich, auf diese Weise anderen Magazinmachern beim Vertrieb zu helfen und ihnen somit mehr Zeit fürs Magazin zu geben.

    Mal sehen, was 2017 noch so kommt. Oder 2018. :) #stayjuiced

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