Ist „Brehl backt!“ käuflich?

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Seit nunmehr drei Jahren gebe ich neben dem Freigeber auch meinen Öko-Blog „Brehl backt!“ heraus. Hier wie dort gibt es keinerlei Schleichwerbung, Sponsored Posts, keine als Berichte getarnte Werbeanzeigen oder dergleichen. Dennoch hat die gemeinnützige Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel (IG FÜR) für den Beitrag über ihr diesjähriges Symposium bezahlt. Wie passt das zusammen? Hier die Hintergründe.

Lange, bevor ich mich mit meinem Medienbüro auf den Themenschwerpunkt enkeltaugliches Wirtschaften ausrichtete und meine beiden Blogs ins Leben rief, war ich Mitglied in der IG FÜR, wobei ich meine Mitgliedschaft schon vor Jahren gekündigt habe. Als ich vom diesjährigen Symposium der Interessengemeinschaft erfuhr, meldete ich mich als freier Journalist an, um für „Brehl backt!“ einen entsprechenden Beitrag zu verfassen, der am 14. November unter dem Titel „Wenn mein Teller die Welt verändert“ erschien.

IG FÜR zahlt freiwillig für Journalismus

Die breite Themenpalette und die Redner, wie Dr. Ursula Hudson von Slow Food Deutschland und Karin Artzt-Steinbrink von der Upländer Bauernmolkerei weckten mein Interesse.

Auch mit Georg Sedlmaier, Gründer und Vorstandsvorsitzender der IG FÜR, kam ich ins Gespräch. Er bot mir von sich aus an, für den Artikel auch etwas zu bezahlen. Ich sagte, dass dies nicht nötig sei. Als der Beitrag erschien, schickte ich ihm per E-Mail einen Link und erklärte, dass ich in meinen Blogs sämtliche Inhalte als kulturelle Gemeingüter veröffentliche und sie somit jedem frei zugänglich sind. Wer möchte, kann freiwillig einen finanziellen Beitrag leisten und ich habe mitgeteilt, dass mich ein Blogartikel im Durchschnitt 250 Euro kostet.

Wenige Tage später rief er mich an und bat um eine Rechnung in Höhe von 300 Euro zzgl. Mehrwertsteuer, da er meine journalistische Arbeit fördern möchte. Ich bekräftige ausdrücklich, dass niemand Einfluss auf den Inhalt des Beitrags genommen hat und es keinerlei Absprachen oder dergleichen gab. Auch gab es keinen Auftrag, das Symposium zu besuchen oder Ähnliches.

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Kategorie: in eigener Sache, meine Arbeit

2 Kommentare

  1. Gute Dokumentation, Jens! Am besten noch einen Link zu und von http://www.der-freigeber.de/transparenz/ ergänzen. Und auch beim betreffenden Beitrag selbst.

    Würde mich sehr interessieren, wie andere das einschätzen: Hat es ein Geschmäckle, weil Du ja vor dem Schreiben wusstest, dass Du dafür eventuell Geld bekommst? Nein, meine ich, aber nur dank der Dokumentation.

  2. Danke! Beim entsprechenden Beitrag auf „Brehl backt!“ (http://www.brehl-backt.de/wenn-mein-teller-die-welt-veraendert/ ) habe ich am Ende einen Hinweis eingefügt.

    In einem Punkt möchte ich dich korrigieren: Ich habe vor dem Schreiben nicht gewusst, ob ich für den Beitrag Geld bekomme, da ich es am Tag der Veranstaltung abgelehnt habe. Zudem schrieb ich in meiner E-Mail, als der Beitrag veröffentlicht war, dass der Beitrag als kulturelles Gemeingut frei ist und man wenn überhaupt freiwillig etwas zahlt – es ist also kein Muss, sondern ein Kann. Es lag also ganz an Herrn Sedlmaier.

    Mir ist es wichtig, Einblicke in meine Arbeitsweise zu geben. Vor ein paar Tagen sprach mich ein Leser erstaunt an, dass ich diese Angelegenheit überhaupt öffentlich machen muss. Ich erklärte, dass ich es nicht muss, sondern möchte und ich mir eine ähnliche Praxis generell in der Medienbranche wünsche. Das Vertrauen meiner Leser ist es mir wert.

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