Frischer Wind für Fuldas Regionalmedien

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„Unsere Kernidee ist, die in unseren Augen gesellschaftlich relevanten Themen so darzustellen, dass die Leser den Bezug zu Fulda erkennen. Wenn es dabei etwas zu kritisieren gibt, wollen wir dies konstruktiv tun“, erklärt Redakteur Felix Döppner das Vorhaben der jungen Bürger-Zeitung „Agora“. Döppner und seine Mitstreiter haben sich zum Ziel gesetzt, die in ihren Augen bislang eher stiefmütterlich in Fuldas Regionalmedien behandelten Themen in den Fokus zu rücken.

Redaktionsteam Agora

Das Redaktionsteam freut sich auf spannende Themenideen und hofft auf breite Unterstützung durch die Leser.
Foto Agora

Alles begann 2010 mit der Vorführung des Films „Die 4. Revolution“, der die Wende im Strommarkt thematisiert. In Zukunft sollen Erneuerbare Energien und dabei speziell Projekte in Bürgerhand die Stromerzeugung dominieren. Für eine kleine Revolution hat der Streifen bereits in Fulda gesorgt: In der Initiative „Fuldaer Weg“ engagiert sich seitdem eine feste Gruppe für Erneuerbare Energien in der Region Osthessen. Auch der Grundschullehrer Felix Döppner ist hier aktiv und mitverantwortlich für den Vorgänger der „Agora“: der „Fuldaer Windzeitung“.

Anfänglicher Gegenwind

In den Augen von Döppner und seinen Mitstreitern vernachlässigten die Fuldaer Regionalmedien das Thema Erneuerbare Energie oder stellten es zu einseitig dar. „Mein Gerechtigkeitsempfinden war dadurch angeknackst“, sagt Döppner. Daher befasste sich die „Fuldaer Windzeitung“ mit den Vorteilen von Windenergie für Osthessen. Vorbild dafür war eine Aktion von Attac, die mit Anlehnung an die „Financial Times“ eine Ausgabe „Financial Crimes“ mit kritischen Berichten über Geschäftspraktiken von Banken herausbrachte.

Die Initiative „Fuldaer Weg“ druckte 2.000 Exemplare der „Fuldaer Windzeitung“. Hauptsächlich wurden sie bei Angela Merkels Besuch 2013 verteilt. „Im Nachgang betrachtet war dies wohl etwas provokativ. Doch wir wussten, dass wir dort politisch interessierte Menschen antreffen würden.“

Wenige Tage später folgte ein Brief vom Anwalt. Dessen Mandant war der Parzeller Verlag, Herausgeber der „Fuldaer Zeitung“. Er warf Döppner und seinen Mitstreitern einen Verstoß gegen das Wettbewerb- und Markenrecht vor. Dem Schreiben lagen zudem eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung bei, den Vertrieb der „Fuldaer Windzeitung“, die vom Titel her an die „Fuldaer Zeitung“ angelehnt war, einzustellen.

„Das war eine spannende Zeit, in der ich gemerkt habe, auf wen ich mich verlassen kann und wer mich unterstützt. Schließlich habe ich im Impressum meinen Kopf hingehalten.“ Die „Fuldaer Windzeitung“ wurde nach der ersten Ausgabe eingestellt.

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