Durchblick für Buchautoren

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Ein eigenes Buch zu veröffentlichen war noch nie so leicht wie heute: Ein eBook ist schnell erstellt und auch die Preise für den Digitaldruck sind gesunken. Doch der Traum eines jeden Autors kann schnell zum Albtraum werden, wenn er an einen unseriösen Anbieter gerät. Um dies zu verhindern, haben die Verleger und Druckdienstleister Johannes Monse und Tom van Endert das Aktionsbündnis „Fairöffentlichen“ ins Leben gerufen.

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Johannes Monse stellte auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse die Initiative „Fairöffentlichen“ vor.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

„Ein seriöser Druckdienstleister erweckt nicht den Eindruck ein Verlag zu sein“, erklärt Johannes Monse, Mitgründer des Verlagshauses Monsenstein und Vannerdat. Ein klassischer Verlag trägt beim Veröffentlichen eines Buchs das wirtschaftliche Risiko. Bei einem Druckdienstleister zahlen die Autoren die Herstellungskosten und sind oft auch selbst für den Vertrieb zuständig. Somit übernehmen sie die Aufgaben eines Verlages und geben lediglich das Herstellen des Werkes in Auftrag.

Unseriöse Dienstleister erkennen

Spätestens beim Vertrag trennt sich die Spreu vom Weizen. „Unseriöse Unternehmen sichern sich weiträumige und exklusive Rechte oft mit einer Laufzeit von 70 Jahren nach dem Tod des Autors.“ Im Grunde benötigt das Unternehmen lediglich ein einmaliges Nutzungsrecht, um das Werk vervielfältigen – sprich drucken – zu können. Alles was darüber hinaus geht, ist häufig ein Knebelvertrag, den Autoren teilweise nur schwer kündigen können.

Doch auch so genannte Paketpreise, bei denen der Autor nicht ersehen kann, wie viel eine einzelne Dienstleistung wie Lektorat, Covergestaltung und dergleichen kostet, sollten misstrauisch machen.

Fair geht vor: Fairöffentlichen entsteht

Seit nunmehr 15 Jahren ist Johannes Monse als Verleger und Druckdienstleister gemeinsam mit Tom van Endert aktiv. Die beiden wissen aus Erfahrung, dass es für Autoren häufig schwierig ist, unseriöse und seriöse Anbieter zu unterscheiden. Schließlich ist die Branche der Druckkostenzuschussverlage recht unübersichtlich und etliche Angebote klingen zunächst durchaus verlockend.

Daher entstfairoeffentlichenand bereits 2008 die Idee zum Branchensiegel „Fairöffentlichen“. Wer demnach faire Verträge abschließt und transparent arbeitet, soll sich mit dem Logo von unseriösen Anbietern abgrenzen können. Gemeinsam mit den fünf Mitgliedern der unabhängigen Prüfkommission wurden die verbindlichen Leitlinien ausgearbeitet, über die sie künftig wachen soll. Sie bestimmt nicht nur ihre Mitglieder selbst, sondern prüft auch die Verträge und Preisgestaltung der Dienstleister, die sich „Fairöffentlichen“ anschließen.

Derzeit führen Monse und van Endert nach eigenen Angaben Gespräche mit acht Unternehmen, die sich dem Aktionsbündnis anschließen möchten. Es sei jedoch zu früh, um Namen zu nennen. Im nächsten Jahr hoffen die Initiatoren gemeinsam mit den dann gewonnenen Mitstreitern noch breiter in die Öffentlichkeit gehen zu können. Weiterführende Informationen finden Interessierte schon jetzt auf der Internetseite von „Fairöffentlichen“.

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Kategorie: die anderen, Medienalltag

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